Ohne App kein Strand? So funktioniert das neue Buchungssystem auf Sardinien
- Diletta

- 2. März 2025
- 4 Min. Lesezeit

Sardinien zählt nach wie vor zu den beliebtesten Stranddestinationen Europas – doch an einigen Hotspots ist eine Strand-Reservierung inzwischen Pflicht. Für manche Buchten und Naturstrände brauchen Sie vor dem Besuch eine Online-Buchung (teilweise per App), sonst kann der Zugang verweigert werden.
Hintergrund sind Schutzmaßnahmen für empfindliche Ökosysteme und die Kontrolle des Andrangs in der Hochsaison. Viele Gemeinden und Schutzgebiete arbeiten daher mit täglichen Besucherlimits, Zeitfenstern, Eintrittstickets, Parkplatz-Kontingenten und vereinzelt sogar verpflichtender geführter Zutrittsregelung.
Wenn Sie nicht rechtzeitig reservieren, stehen Sie im schlimmsten Fall am Zugang und kommen nicht mehr rein – oder riskieren hohe Strafen, wenn Sie gegen die Regeln verstoßen.
Quick Takeaway (TL;DR)
Nicht jeder Strand ist reservierungspflichtig – aber viele der „Instagram-berühmten“ Buchten und Hotspots sind es.
Die Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Möglich sind zum Beispiel:
App- oder Online-Reservierung
Ticket/Eintrittsgebühr
Parkgenehmigung bzw. Parkticket
Zugang nur mit lizenziertem Guide
Die Kontingente sind oft schnell ausgebucht, besonders im Juli und August.
Regeln können sich mitten in der Saison ändern – deshalb immer kurz vor dem Besuch das offizielle Portal des jeweiligen Strands checken.
Warum Sardinien den Zugang begrenzt
Viele der schönsten Strände Sardiniens liegen in sehr empfindlichen Küstenlandschaften: Dünen, kleine Buchten mit wenig Platz, geschützte Inseln und sensible Meereslebensräume. Wenn zu viele Menschen gleichzeitig dort sind, führt das schnell zu Erosion, mehr Müll, Schäden an Vegetation – und teilweise sogar zu Sandverlust.
Mit kontrolliertem Zugang versucht Sardinien, diese Orte dauerhaft zu schützen – damit sie nicht nur diesen Sommer spektakulär bleiben, sondern auch langfristig.
So funktionieren die Buchungssysteme meist
1) Online-Reservierung (App oder Website)
Du wählst je nach Strand:
Datum (manchmal zusätzlich ein Zeitfenster)
Anzahl der Personen (oft mit kleinem Maximum pro Buchung)
Danach bekommst du eine Bestätigung bzw. einen QR-Code, den du vor Ort vorzeigen musst.
2) Ticket + Regeln vor Ort
Manche Strände kombinieren die Reservierung mit:
Eintrittstickets (z. B. ein paar Euro pro Person)
klaren Verhaltensregeln (zum Beispiel, um Sandverlust zu reduzieren)
3) Parkplatz-Kontingent statt „Strandticket“
In einigen Regionen ist nicht der Strand selbst das Problem, sondern Zufahrten und Parkplätze:
du zahlst fürs Parken (manchmal zusätzlich pro Mitfahrperson)
kontrolliert wird an der Zufahrtsstraße oder direkt am Parkplatz
4) Zugang nur mit Guide in Schutzgebieten
Einige Buchten innerhalb von Schutzgebieten dürfen nur mit autorisierten Guides besucht werden – mit strengen Tageslimits und festen Vorgaben.
Sardinien: Strände mit Zugangslimit (Reservierung, Tickets & Kontingente)
Nord-Sardinien (Gallura + San Teodoro + La Maddalena)
Nord-Sardinien (Gallura + San Teodoro + La Maddalena)
La-Maddalena-Archipel (Caprera): Cala Coticcio & Cala Brigantina
Tageslimit: ca. 60 Personen
Zugang: nur mit autorisierten Guides
Kosten: meist Parkbeitrag (oft ca. 3 € pro Person) + Guide-Gebühr
San Teodoro: Cala Brandinchi & Lu Impostu
Saison: typischerweise 1. Juni – 30. September
Limits: Cala Brandinchi ca. 1.447/Tag, Lu Impostu ca. 3.352/Tag
Buchung: über das offizielle App-/Webportal von San Teodoro
Santa Teresa Gallura: Rena Bianca
Ticket: häufig ca. 3,50 € (für Residents oft gratis)
Limit: begrenzte Tageszugänge (Zahlen können angekündigt/angepasst werden)
Arzachena (Region Cannigione): Piscine di Cannigione
Limit: ca. 80 Personen gesamt (mit Resident-Kontingent)
Ticket: teils Ganztag/Halbtags-Optionen (variiert)
Buchung: online über das kommunale Strandportal
Stintino: La Pelosa
Limit: ca. 1.500/Tag
Ticket: häufig ca. 3,50 € pro Person/Tag
Buchung: online, oft mit Limit pro Reservierung
Extra-Regel (Beispiel): Handtücher teils nur auf Matte (gegen Sandverlust)
Zentral-/Ost-Sardinien (Ogliastra + Baunei/Dorgali + Orosei)
Baunei: Cala Goloritzé
Limit: ca. 250 Personen (oft als Trail-/Vor-Ort-Kontrolle)
Zugang: zu Fuß über den Wanderweg, häufig mit festen Öffnungs-/Schließzeiten
Ticket: meist ca. 7 € (Kinder/Residents oft frei)
Buchung: je nach Saison per App/Website, manchmal zusätzlich vor Ort (wenn verfügbar)
Baunei: Cala Mariolu
Limit: ca. 700/Tag (Saison kann bis in den Herbst reichen)
Ticket: in manchen Zeiträumen kleiner Beitrag (Portal checken)
Baunei: Cala Birìala & Cala dei Gabbiani
Limit: ca. 300/Tag je Strand
Extra: teils Zeitlimits, besonders bei Bootsanreise
Baunei/Dorgali: Cala Luna, Cala Sisine
Häufig in der Hochsaison mit Tageslimits und/oder Zugangskontrollen (Regeln ändern sich teils jährlich)
Orosei: Oasi di Biderosa (Schutzgebiet)
Fahrzeug-Kontingente: begrenzte Tageszufahrt (Auto/Motorrad/Fahrrad)
Kosten: meist Fahrzeuggebühr + Personenbeitrag, Residents oft günstiger
Tipp: für Juli–August wenn möglich online vorab buchen
Süd-Sardinien (Villasimius + Teulada + neue regulierte Strände)
Teulada: Tuerredda
Limit: ca. 1.100/Tag (aufgeteilt zwischen freiem Strand & Lidos)
Buchung: vielerorts in Richtung App-/Online-Reservierung
Gebühr: teils als kleiner Beitrag/„contributo“ ausgewiesen
Villasimius: Punta Molentis, Porto Sa Ruxi, Riu Trottu (u. a.)
Oft über Zugang-/Parkpässe und Vor-Ort-Kontrollen geregelt
Kostenmodell: häufig Fahrzeuggebühr, teils zusätzlich pro Person bzw. Fußgänger-/Rad-Ticket
Muravera (neu/ausgebaut reguliert): Piscina Rei, Tziu Franciscu, Monte Nai
Neue bzw. verstärkte Zugangskontrollen
Details (Limits/Tickets/Zeitfenster) werden oft näher an der Hochsaison veröffentlicht
Quartu Sant’Elena: Mari Pintau
Bewegt sich Richtung strengere Besucherlenkung, nachdem es in der Vergangenheit zu Überfüllung kam
Spezialfall: Der „rosa Sand“-Strand, den Sie nicht betreten dürfen

Spiaggia Rosa (Insel Budelli)
Dieser Strand ist nicht für normales Baden oder Sonnen gedacht. Berühmt ist er wegen seines rosa schimmernden Sands – genau deshalb ist der Zugang streng reglementiert. In der Regel kannst du die Spiaggia Rosa nur vom Wasser aus bewundern (z. B. von Booten bzw. offiziellen Aussichtspunkten). Den Strand zu betreten kann Bußgelder nach sich ziehen.
Nicht am Eingang scheitern: deine TODO-Checkliste
Lege deine Must-Sees früh fest (besonders La Pelosa, Tuerredda, Cala Brandinchi).
Wenn möglich 7–14 Tage vorher buchen, vor allem für Juni/Juli/August.
QR-Code speichern/screenshotten – und Akku im Blick behalten (Powerbank hilft).
Wenn ein Strand „guide-only“ ist: zuerst den Guide buchen (das ist oft der echte Engpass).
Plan B parat haben: ein Strand ohne Buchung oder eine alternative Bucht in der Nähe.
Regeln vor Ort ernst nehmen: Es wird kontrolliert – und Bußgelder können richtig teuer werden.
Offizielle Buchungsportale & Info-Seiten (Quick Links)
La Maddalena Nationalpark (Caprera-Buchten): https://www.lamaddalenapark.it/
San Teodoro (Cala Brandinchi, Lu Impostu): https://www.santeodorospiagge.it/
Stintino (La Pelosa): https://www.spiaggialapelosa.it/
Arzachena (Piscine di Cannigione): https://www.arzachenaspiagge.it/
Baunei / Golfo di Orosei (Cala Goloritzé + Infos zu Buchten)
Oasi di Biderosa (Orosei): https://www.oasibiderosa.it/
Villasimius (Buchung/Genehmigungen): https://pass.brav.it/Villasimius/
Tuerredda (Teulada): https://tuerredda.spacli.it/
Haftungshinweis: Wir bemühen uns, alle Angaben sorgfältig zu recherchieren und laufend aktuell zu halten – da sich Regeln, Kontingente und Gebühren jedoch kurzfristig ändern können, übernehmen wir keine Gewähr; maßgeblich sind stets die offiziellen Portale und Hinweise der jeweiligen Gemeinde bzw. des Schutzgebiets.



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