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Ohne App kein Strand? So funktioniert das neue Buchungssystem auf Sardinien

  • Autorenbild: Diletta
    Diletta
  • 2. März 2025
  • 4 Min. Lesezeit
Sardinia, Oristano - © Depositphotos (137092854)
Sardinia, Oristano - © Depositphotos (137092854)

Sardinien zählt nach wie vor zu den beliebtesten Stranddestinationen Europas – doch an einigen Hotspots ist eine Strand-Reservierung inzwischen Pflicht. Für manche Buchten und Naturstrände brauchen Sie vor dem Besuch eine Online-Buchung (teilweise per App), sonst kann der Zugang verweigert werden.


Hintergrund sind Schutzmaßnahmen für empfindliche Ökosysteme und die Kontrolle des Andrangs in der Hochsaison. Viele Gemeinden und Schutzgebiete arbeiten daher mit täglichen Besucherlimits, Zeitfenstern, Eintrittstickets, Parkplatz-Kontingenten und vereinzelt sogar verpflichtender geführter Zutrittsregelung.


Wenn Sie nicht rechtzeitig reservieren, stehen Sie im schlimmsten Fall am Zugang und kommen nicht mehr rein – oder riskieren hohe Strafen, wenn Sie gegen die Regeln verstoßen.


Quick Takeaway (TL;DR)

  • Nicht jeder Strand ist reservierungspflichtig – aber viele der „Instagram-berühmten“ Buchten und Hotspots sind es.

  • Die Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Möglich sind zum Beispiel:

    • App- oder Online-Reservierung

    • Ticket/Eintrittsgebühr

    • Parkgenehmigung bzw. Parkticket

    • Zugang nur mit lizenziertem Guide

  • Die Kontingente sind oft schnell ausgebucht, besonders im Juli und August.

  • Regeln können sich mitten in der Saison ändern – deshalb immer kurz vor dem Besuch das offizielle Portal des jeweiligen Strands checken.


Warum Sardinien den Zugang begrenzt

Viele der schönsten Strände Sardiniens liegen in sehr empfindlichen Küstenlandschaften: Dünen, kleine Buchten mit wenig Platz, geschützte Inseln und sensible Meereslebensräume. Wenn zu viele Menschen gleichzeitig dort sind, führt das schnell zu Erosion, mehr Müll, Schäden an Vegetation – und teilweise sogar zu Sandverlust.


Mit kontrolliertem Zugang versucht Sardinien, diese Orte dauerhaft zu schützen – damit sie nicht nur diesen Sommer spektakulär bleiben, sondern auch langfristig.


So funktionieren die Buchungssysteme meist


1) Online-Reservierung (App oder Website)

Du wählst je nach Strand:

  • Datum (manchmal zusätzlich ein Zeitfenster)

  • Anzahl der Personen (oft mit kleinem Maximum pro Buchung)

Danach bekommst du eine Bestätigung bzw. einen QR-Code, den du vor Ort vorzeigen musst.


2) Ticket + Regeln vor Ort

Manche Strände kombinieren die Reservierung mit:

  • Eintrittstickets (z. B. ein paar Euro pro Person)

  • klaren Verhaltensregeln (zum Beispiel, um Sandverlust zu reduzieren)


3) Parkplatz-Kontingent statt „Strandticket“

In einigen Regionen ist nicht der Strand selbst das Problem, sondern Zufahrten und Parkplätze:

  • du zahlst fürs Parken (manchmal zusätzlich pro Mitfahrperson)

  • kontrolliert wird an der Zufahrtsstraße oder direkt am Parkplatz


4) Zugang nur mit Guide in Schutzgebieten

Einige Buchten innerhalb von Schutzgebieten dürfen nur mit autorisierten Guides besucht werden – mit strengen Tageslimits und festen Vorgaben.


Sardinien: Strände mit Zugangslimit (Reservierung, Tickets & Kontingente)


Nord-Sardinien (Gallura + San Teodoro + La Maddalena)

Nord-Sardinien (Gallura + San Teodoro + La Maddalena)

La-Maddalena-Archipel (Caprera): Cala Coticcio & Cala Brigantina

  • Tageslimit: ca. 60 Personen

  • Zugang: nur mit autorisierten Guides

  • Kosten: meist Parkbeitrag (oft ca. 3 € pro Person) + Guide-Gebühr


San Teodoro: Cala Brandinchi & Lu Impostu

  • Saison: typischerweise 1. Juni – 30. September

  • Limits: Cala Brandinchi ca. 1.447/Tag, Lu Impostu ca. 3.352/Tag

  • Buchung: über das offizielle App-/Webportal von San Teodoro


Santa Teresa Gallura: Rena Bianca

  • Ticket: häufig ca. 3,50 € (für Residents oft gratis)

  • Limit: begrenzte Tageszugänge (Zahlen können angekündigt/angepasst werden)


Arzachena (Region Cannigione): Piscine di Cannigione

  • Limit: ca. 80 Personen gesamt (mit Resident-Kontingent)

  • Ticket: teils Ganztag/Halbtags-Optionen (variiert)

  • Buchung: online über das kommunale Strandportal


Stintino: La Pelosa

  • Limit: ca. 1.500/Tag

  • Ticket: häufig ca. 3,50 € pro Person/Tag

  • Buchung: online, oft mit Limit pro Reservierung

  • Extra-Regel (Beispiel): Handtücher teils nur auf Matte (gegen Sandverlust)


Zentral-/Ost-Sardinien (Ogliastra + Baunei/Dorgali + Orosei)

Baunei: Cala Goloritzé

  • Limit: ca. 250 Personen (oft als Trail-/Vor-Ort-Kontrolle)

  • Zugang: zu Fuß über den Wanderweg, häufig mit festen Öffnungs-/Schließzeiten

  • Ticket: meist ca. 7 € (Kinder/Residents oft frei)

  • Buchung: je nach Saison per App/Website, manchmal zusätzlich vor Ort (wenn verfügbar)


Baunei: Cala Mariolu

  • Limit: ca. 700/Tag (Saison kann bis in den Herbst reichen)

  • Ticket: in manchen Zeiträumen kleiner Beitrag (Portal checken)


Baunei: Cala Birìala & Cala dei Gabbiani

  • Limit: ca. 300/Tag je Strand

  • Extra: teils Zeitlimits, besonders bei Bootsanreise


Baunei/Dorgali: Cala Luna, Cala Sisine

  • Häufig in der Hochsaison mit Tageslimits und/oder Zugangskontrollen (Regeln ändern sich teils jährlich)


Orosei: Oasi di Biderosa (Schutzgebiet)

  • Fahrzeug-Kontingente: begrenzte Tageszufahrt (Auto/Motorrad/Fahrrad)

  • Kosten: meist Fahrzeuggebühr + Personenbeitrag, Residents oft günstiger

  • Tipp: für Juli–August wenn möglich online vorab buchen


Süd-Sardinien (Villasimius + Teulada + neue regulierte Strände)

Teulada: Tuerredda

  • Limit: ca. 1.100/Tag (aufgeteilt zwischen freiem Strand & Lidos)

  • Buchung: vielerorts in Richtung App-/Online-Reservierung

  • Gebühr: teils als kleiner Beitrag/„contributo“ ausgewiesen


Villasimius: Punta Molentis, Porto Sa Ruxi, Riu Trottu (u. a.)

  • Oft über Zugang-/Parkpässe und Vor-Ort-Kontrollen geregelt

  • Kostenmodell: häufig Fahrzeuggebühr, teils zusätzlich pro Person bzw. Fußgänger-/Rad-Ticket


Muravera (neu/ausgebaut reguliert): Piscina Rei, Tziu Franciscu, Monte Nai

  • Neue bzw. verstärkte Zugangskontrollen

  • Details (Limits/Tickets/Zeitfenster) werden oft näher an der Hochsaison veröffentlicht


Quartu Sant’Elena: Mari Pintau

  • Bewegt sich Richtung strengere Besucherlenkung, nachdem es in der Vergangenheit zu Überfüllung kam


Spezialfall: Der „rosa Sand“-Strand, den Sie nicht betreten dürfen


Budelli, Sardinien © Depositphotos (59027177)
Budelli, Sardinien © Depositphotos (59027177)

Spiaggia Rosa (Insel Budelli)


Dieser Strand ist nicht für normales Baden oder Sonnen gedacht. Berühmt ist er wegen seines rosa schimmernden Sands – genau deshalb ist der Zugang streng reglementiert. In der Regel kannst du die Spiaggia Rosa nur vom Wasser aus bewundern (z. B. von Booten bzw. offiziellen Aussichtspunkten). Den Strand zu betreten kann Bußgelder nach sich ziehen.


Nicht am Eingang scheitern: deine TODO-Checkliste

  • Lege deine Must-Sees früh fest (besonders La Pelosa, Tuerredda, Cala Brandinchi).

  • Wenn möglich 7–14 Tage vorher buchen, vor allem für Juni/Juli/August.

  • QR-Code speichern/screenshotten – und Akku im Blick behalten (Powerbank hilft).

  • Wenn ein Strand „guide-only“ ist: zuerst den Guide buchen (das ist oft der echte Engpass).

  • Plan B parat haben: ein Strand ohne Buchung oder eine alternative Bucht in der Nähe.

  • Regeln vor Ort ernst nehmen: Es wird kontrolliert – und Bußgelder können richtig teuer werden.


Offizielle Buchungsportale & Info-Seiten (Quick Links)


  1. La Maddalena Nationalpark (Caprera-Buchten): https://www.lamaddalenapark.it/

  2. San Teodoro (Cala Brandinchi, Lu Impostu): https://www.santeodorospiagge.it/

  3. Stintino (La Pelosa): https://www.spiaggialapelosa.it/

  4. Arzachena (Piscine di Cannigione): https://www.arzachenaspiagge.it/

  5. Baunei / Golfo di Orosei (Cala Goloritzé + Infos zu Buchten)

  6. Oasi di Biderosa (Orosei): https://www.oasibiderosa.it/

  7. Villasimius (Buchung/Genehmigungen): https://pass.brav.it/Villasimius/

  8. Tuerredda (Teulada): https://tuerredda.spacli.it/



Haftungshinweis: Wir bemühen uns, alle Angaben sorgfältig zu recherchieren und laufend aktuell zu halten – da sich Regeln, Kontingente und Gebühren jedoch kurzfristig ändern können, übernehmen wir keine Gewähr; maßgeblich sind stets die offiziellen Portale und Hinweise der jeweiligen Gemeinde bzw. des Schutzgebiets.

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